„Unser Fitnessstudio ist das herrliche Coburger Land“

Regionalmanagement und Tourismus Coburg wollen Netzwerk „Radfahren und Gesundheit“ aufbauen und damit neues touristisches Potential erschließen.

„Wenn wir einfach nur Schilder aufhängen ‘Radregion Coburger Land’ werden wir nicht wirklich weiter kommen. Schöne Landschaften und ausgeschilderte Radwege gibt es überall“, geht Regionalmanager Stefan Hinterleitner selbstkritisch an die Aufgabe, ein Konzept zum Ausbau des Radtourismuses im Coburger Land zu entwickeln. Er plädiert daher dafür, sich eindeutiger zu positionieren und eine Angebotsnische zu finden, „in der wir mit unseren spezifischen Stärken punkten können“. Eine solche Ausrichtung könnte seiner Meinung nach „Radfahren und Gesundheit“ sein, wozu er nun ein Netzwerk aufbauen will.

Was verbirgt sich hinter der Idee: „Ich stelle mir Angebote zum Radfahren unter medizinischer Begleitung und Betreuung vor, sowohl im Bereich Prävention als auch Reha. Unser Fitnessstudio wäre dann unser herrliches Coburger Land, in dem man nicht stur gegen eine weiße Wand strampelt, sondern in guter Luft radelt und sich währenddessen auch bestens erholen kann“, so der Geschäftsführer der Regionalmanagement Stadt und Landkreis Coburg GmbH. Mit der Hochschule Coburg und ihrem Studiengang „Integrative Gesundheitsförderung“, der Therme Natur und der Fachklinik Medical Park in Bad Rodach sowie den vielen niedergelassenen Physiotherapeuten in der Region sieht er ein großes Potential an Kompetenzträgern und ebenso bei den Fahrradläden in der Region.

Für Hinterleitner stellt das Projekt eine große Chance für unterschiedlichste Unternehmensbereiche dar: Hotellerie, Gastronomie, Verkauf, Verleih und Reparatur von Fahrrädern, Outdoor- und Incentive-Angebote und andere mehr. „Aber uns muss klar sein, dass wir diese Chance nur in einer gemeinsamen Kraftanstrengung werden stemmen können“, fordert der Regionalmanager heute bereits tatkräftige Unterstützung ein.

Denn ein Radfahrer wünsche sich heute mehr als „nur“ Radwege, Karten oder GPS-Navigation. Aus Sicht von Hinterleitner gehören zu einer wettbewerbsfähigen Infrastruktur im Bereich Fahrradtourismus auch sichere Abstellmöglichkeiten für Räder in den Hotels und Gasthöfen, Fahrradständer vor allen Cafés und Geschäften, ein Netz von Fahrradwerkstätten, die eventuell auch mobil unterwegs sind, Angebote zum Fahrradverleih (auch von eBikes) sowie „pfiffige, unterhaltsame Events mit dem Rad und rund ums Rad“. Dem Regionalmanager schwebt dabei ein Familienausflug mit Picknick im Grünen und Abkühlung im Waldbad ebenso vor wie eine geführte Schlösser- und Burgen-Radtour von der Heldburg bis zur Veste Coburg. „All das kann die öffentliche Hand nicht leisten. Das geht nur im Zusammenspiel zwischen öffentlicher Hand und Unternehmern, die letztlich ja auch von dem Projekt profitieren sollen.“

Nachdem es sich bei dem Klientel für gesundheitsorientiertes Radfahren im Schwerpunkt wohl um ältere und gesundheitlich gehandicapte Menschen handeln wird, schlägt Stefan Hinterleitner vor, ein Angebot an eBikes und den entsprechenden Versorgungseinrichtungen aufzubauen: „Das ist sicherlich bei vielen Reha-Anwendungen sinnvoll und trägt auch unserer Hügellandschaft Rechnung, die damit auch für solche Zielgruppen erlebbar wird.“

All das ist natürlich mit erheblichen Investitionen verbunden. Daher plädiert Hinterleitner bei diesem Projekt für eine enge Kooperation mit der Initiative Rodachtal, die eventuell eine Förderung der Projektkosten aus europäischen LEADER-Geldern erwirken kann – zumindest für Maßnahmen im Rodachtal. Erste Gespräche zwischen Regionalmanagement Coburger Land und dem Vorsitzenden der Initiative Rodachtal, Bürgermeister Hendrik Dressel, haben bereits mit positivem Ergebnis stattgefunden.

Zusammen mit den Experten vom Tourismus Coburg um Betriebsleiterin Waltraud Gulder will Hinterleitner in den nächsten Monaten ein Umsetzungskonzept mit einer ersten Maßnahmen- und Investitionsplanung erarbeiten sowie vor allem auf mögliche Projektpartner zugehen: „Denn ohne starke Partner kommen wir bei dieser Idee nicht weiter.“ Er kündigt in diesem Zusammenhang heute bereits Einzelgespräche sowie Informations- und Diskussionsveranstaltungen an. In diesem Zusammenhang will das Regionalmanagement auch versuchen, Beratungs- und Fördermöglichkeiten der Regierung von Oberfranken sowie der Bayerischen Staatsregierung für die Leistungsträger vor Ort zu erschließen.

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