Gemeinschaftliche Marketingstrategie Coburger Land

​Zur besseren, zielgruppenoptimierten gemeinschaftlichen Vermarktung von Coburg Stadt und Land und zur effizienten Mittel- und Ressourcennutzung soll eine gemeinschaftliche Marketingstrategie für das Coburger Land geprüft werden. Die Aktivitäten auf oberfränkischer Ebene (Dachmarke Oberfranken) werden hierbei natürlich berücksichtigt.

Unter der Federführung des Regionalmanagements konstituierte sich hierzu auf Arbeitsebene ein „Kernteam“ von Akteuren aus den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Bildung-Familie-Soziales, Kultur und Verwaltung mit Vertretern aus Stadt und Landkreis Coburg, um den Prozess zu strukturieren. In einem ersten Schritt wurde die Kommunikationsagentur Birke & Partner aus Erlangen in einem zweistufigen Auswahlverfahren zur Prozessbegleitung und –unterstützung ausgewählt.

Aufgrund durchaus unterschiedlicher Positionen in der Frage, ob eine zusätzliche „Dachmarke Coburger Land“ überhaupt sinnvoll ist, einigte sich das Kernteam darauf, der klassischen Markenbildung eine „Phase der Ehrlichkeit“ voran zu stellen. Dabei will das Kernteam zunächst selbst hinterfragen, in welchen Arbeitsfeldern ein gemeinschaftliches Marketing für die Region Mehrwerte bringt. Hierzu findet im Februar 2014 ein gemeinsamer Workshop statt.

1. Marketingtag Coburger Land

Am 01.04.2014 fand der 1. Marketingtag Coburger Land in der Orangerie des Schloss Rosenau statt. Zu der Regionalkonferenz kamen über 50 Vertreter aus Bereichen Politik, Wirtschaft, Einzelhandel, Kreativwirtschaft, Tourismus, Soziales, Bildung, Kultur und Sport zusammen. Input für den gemeinschaftlichen Marketingprozess gaben vier Referenten. Zuerst beschrieb Christian Gabler, Markenreferent der Allgäu GmbH, den Weg zur Marke „Allgäu“. In den letzten Jahren konnte das blau-weiße Allgäu-Logo in der gesamten Region etabliert werden. Es erscheint nicht nur auf Werbebroschüren für den Tourismus oder auf dem Briefpapier der allgäuer Kommunen, sondern kommt als eine Art regionales Qualitätssiegel auch in den Bereichen Industrie, Handwerk, Handel, Dienstleistung, Tourismus und Landwirtschaft zum Tragen. Die Vor- und Nachteile unter einem gemeinsamen Dach zu werben, erläuterte Rainer Engelhardt, Leiter Marketing der Sparkasse Coburg-Lichtenfels. Für sein Institut sieht er überwiegend die Vorteile, wie den großen Widererkennungswert der Marke oder die große Reichweite, die das gemeinsame Marketing unter dem Dach der Marke Sparkasse mit sich bringt. Hier ist es auch trotz gemeinsamer, einzuhaltender Markenrichtlinien möglich die Individualität des eigenen Instituts zu erhalten. Ralf Birke, Inhaber der Kommunikationsagentur Birke und Partner berichtete von Rückschlägen und Erfolgen einer gemeinsamen Marketingstrategie am Beispiel des Medical Valley der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Eine gemeinsame Marketingstrategie für eine Region aufzubauen ist für ihn nur unter dem Mitwirken aller Akteure möglich. Birke nannte gemeinsame Bewerbungen um Fördermittel als Instrument der Motivation und Kräfte-Bündelung. Zum Abschluss stellte Anja Kirig, Mitarbeiterin des Zukunftsinstituts von Matthias Horx, unter dem Motto „Power of Places – Power of People“ die wichtigsten Zukunftstrends der Regional- und Stadtentwicklung sowie der erfolgreichen Standortpositionierung vor. Unter dem Stichwort „Urbane Regionen“ stellte sie u. a. den Trend der zunehmenden Urbanisierung (Verstädterung) und die damit verbundenen und erwachsenden neuen Ansprüche der Bevölkerung an Städte und Regionen vor. Der Bürger will in seinem Lebensumfeld die Vorzüge des ländlichen Lebens genießen, ohne auf die Vorteile eines städtischen Umfeldes zu verzichten. Hier wäre für das Coburger Land ein optimaler Anknüpfungspunkt, da die Region beide Seiten, das Städtische und das Ländliche, miteinander verbindet.

Im Anschluss an die Vorträge fanden sich die Referenten sowie Regionalmanager Stefan Hinterleitner zu einer Abschlussdiskussion zusammen. Diese wurde von der profilierten Netzwerkerin und Strategieberaterin Elke Gillardon moderiert und stand unter dem Aspekt „Region mit Vision“. Alle Gesprächsteilnehmer waren sich dabei einig, dass eine gemeinsame Marketingstrategie sinnvoll ist, sich aber nur realisieren lässt, wenn alle Akteure auch wirklich bereit sind, an einem Strang und noch dazu in die gleiche Richtung zu ziehen.

Am Ende der Veranstaltung wurden alle Besucherinnen und Besucher anhand eines Fragebogens nach ihrer Meinung zu einer gemeinsamen Marketingstrategie befragt. Aus diesem ging hervor, dass sich die große Mehrheit der vor Ort befragten für gemeinsame Marketingaktivitäten ausspricht. Vor allem in den Bereichen Tourismus, Wirtschaft und Kultur sei es sehr sinnvoll, das Coburger Land unter einer gemeinsamen Marke nach außen zu vertreten.

Im weiteren Verlauf des Dachmarkenprozesses werden die zentralen Entscheider der Region in vertraulichen Einzelgesprächen befragt, in wie weit sie ein gemeinschaftliches Marketing für richtig halten und ggf. auch unterstützen würden. Denn letztlich gilt es ja auch entsprechende Marketingmittel zu generieren.

Auf Basis dieser Informationen soll bis zur Sommerpause 2014 entschieden werden, ob die Region Coburger Land in einen klassischen Marketingprozess einsteigen will.

Ansprechpartner: Stefan Hinterleitner