Hintergrund zum Projekt

Hintergrund von Coburg in Miniatur

Das Projekt „Coburg in Miniatur“ wurde in den Jahren 2010 bis 2015 in Zusammenarbeit zwischen den Jobcentern Coburg Stadt und Land und der ortsansässigen Geschäftsstelle des Berufsförderungswerks Nürnberg gemeinnützige GmbH durchgeführt. Fast 150 langzeitarbeitslose Menschen fertigten in den Jahren detaillgetreue Modelle historischer Gebäude Coburgs im Maßstab 1:25 an - liebevoll aus Tausenden von Einzelteilen in handwerklicher Kleinstarbeit.

In einer Ausstellung wurden Sie eineinhalb Jahre im Naturkundemuseum präsentiert, bevor sie 2013 auf dem Gelände der Ernstfarm im Freien ihren Platz fanden. Die Witterung in den letzten Jahren hat erhebliche Spuren an den Modellen hinterlassen.

Rettungsaktion

Rettungsaktion für die Miniaturgebäude

Seit Oktober 2018 hat die Coburg Stadt und Land aktiv GmbH die „Patenschaft“ für die Miniaturen übernommen. In einem großen Gemeinschaftsprojekt wurde der Versuch gestartet, die Modelle, soweit möglich, zu restaurieren und sie wieder zum Glänzen zu bringen.

Für dieses Projekt wurden die Ehrenburg sowie das Bürglaßschlösschen von ihrem ehemaligen Standort auf der Ernstfarm in eine leerstehendes Geschäft in den Steinweg gebracht, in dem zeitweise eine lebendige Werkstatt entstand.

Durch den organisierten Aktionstag am 11. Mai 2019 wurde so ein Abnehmer für das Bürglaßschlösschen (Wefa gGmbH Niederfüllbach) gefunden. Dieses sollte restauriert und wieder hergerichtet werden.

Coburger Miniaturen

​Die Modelle waren nicht dafür gemacht draußen zu stehen!

Voller Euphorie hatte sich die Wefa 2019 aus den vorhandenen Modellen das Coburger Bürglaßschlösschen zur Restaurierung herausgesucht. Von seinen Maßen erschien dieses Projekt händelbar, verglichen mit der Größe und dem Zustand der anderen Modelle wie beispielsweise der Coburger Ehrenburg. Doch recht schnell wurde deutlich, dass nur ein Neubau in Frage kam. Sobald man versuchte ein Teil des Modells abzunehmen, zerfiel dieses. Außerdem kamen – einmal ins Warme geholt – vor allem Schimmel, aber auch tierische Hinterlassenschaft, zum Vorschein. Einzig und allein das Geländer und die Platten des Balkons – beides aus Metall – konnten erhalten werden.

„Die Modelle waren nicht dafür gemacht draußen zu stehen. Die Frage warum man sich damals für den Standort auf der Ernstfarm – im Freien – entschieden hat lohnt es nicht mehr zu stellen. Man kann es nicht rückgängig machen und zwischenzeitlich ist der Großteil der Arbeit unwiederbringlich zerstört.“, so Florian Eckardt, Projektmanager im Regionalmanagement. „Deshalb wollen wir nicht zurück blicken, sondern auf die grandiose Handarbeit schauen, welche aktuell in der Werkstatt der Wefa gemacht wird.“, so Eckardt weiter.

In knapp zwei Jahren wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ca. 2200 Stunden Arbeit in den Neubau des Objektes – Bürglaßchlösschen investiert. Bis das Modell originalgetreu und in Anlehnung an das erste Modell nachgebaut ist, werden noch ca. 1100-1200 weitere Stunden nötig sein. Alleine 5000 Dachziegeln müssen per Hand bemalt werden (zwei Anstriche notwendig). Der Dachstuhl wurde, obwohl man ihn wenn das Dach gedeckt ist gar nicht mehr sehen wird, Dank des Gruppenleiters Klaus Wunder, welcher Zimmermann ist, originalgetreu nachgestellt. Alle Formen für Fenster und auch andere Teile wurden selbst per Hand geschnitzt und per Dremel gearbeitet und dann die Teile in einer eigenen Anlage in Niederfüllbach aus Verguss-Harz gegossen.


Die Dachziegeln werden einzeln per Hand bemalt. Die Dachziegeln werden einzeln per Hand bemalt.

​Richtfest für den Nachbau

Matthias Emmer, Zweigstellenleiter der Werkstatt für psychisch behinderte Menschen:

"Es ist erstaunlich wie sich das ganze Projekt – seit dem Start vor ca. 2 Jahren – entwickelte. Vielen Dank an die Teilnehmer. Sie können sehr stolz auf die geleistete Arbeit sein."

Matthias Emmer betont, dass das Projekt für den Berufsbildungsbereich sehr wertvoll ist, da es die Möglichkeit bietet verschiedenste Arbeiten auszuführen (handwerkliche Arbeiten mit Holz, Metall, Farbe, etc. inkl. feinmotorische Tätigkeiten mit Kleinstmaschinen) und so die Stärken und Schwächen ganz anders zu Tage treten, als wie das sonst nach üblichen Verfahren eingeschätzt werden kann.

Auch Diakon Franz Schön, Geschäftsführer der Wefa GmbH, gemeinnützige Werkstätten für angepasste Arbeit, welcher es sich nicht nehmen ließ zum Richtfest zu kommen, unterstreicht die Bedeutung des Modellbaus für die Arbeit der Werkstatt: „Mir ist es wichtig, dass die Menschen bei uns unterschiedliche Sachen machen können. Bei diesem Projekt arbeiten sie zeitlich befristet auf ein Ziel hin. Besonders schön ist es dabei, dass man die eigene Arbeit sehen und anfassen und vielleicht später auch einmal daran vorbeilaufen kann.“



Das Team

Auf dem Foto sind v.l.n.r. folgende Personen zu sehen:
Michael Schäfer - Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung (FAB), Michael Kopelent, Andreas Rath, Daniel Müller, Klaus Wunder (FAB)

PresseartikelDie Coburger Miniaturen im Überblick

​Die Coburger Miniaturen im Überblick

Die ​Ehrenburg


​Derzeitiger Standort:

Depot des Gerätemuseums Ahorn, Rosengasse 19, 96271 Grub am Forst

Maße:

Länge = 400cm, Breite = 290cm, Höhe = 158cm

Anzahl der Teile:

12

Ausblick:

Auf Grund der Größe, den Beschädigungen und nach den Erfahrungen beim Versuch der Restausrierung des Bürglaßschlösschens, ist dieses Modell nicht zu retten!

​Das Ketschentor


Derzeitiger Standort:

Ernstfarm, Kürengrund 80, 96450 Coburg

Maße:

Länge = 140cm, Breite = 135cm, Höhe = 160cm

Anzahl der Teile:

1

Ausblick:

Das Modell wurde durch einen umgestürzten Baum weiter beschädigt. Nach den Erfahrungen beim Versuch der Restausrierung des Bürglaßschlösschens, ist dieses Gebäude nicht mehr zu retten!

​Die Arkaden


​Derzeitiger Standort:

Ernstfarm, Kürengrund 80, 96450 Coburg

Maße:

Länge = 520cm, Breite = 50cm, Höhe = 45cm

Anzahl der Teile:

1

Ausblick:

Das Modell wurde durch die Witterung weiter beschädigt. Außerdem wurde es fest mit dem Boden verbunden so, dass eine Entfernung nicht ohne Zerstörung möglich ist. Nach den Erfahrungen, beim Versuch der Restausrierung des Bürglaßschlösschens, ist dieses Gebäude nicht mehr zu retten!

​Das Landestheater


​Derzeitiger Standort:

Ernstfarm, Kürengrund 80, 96450 Coburg

Maße:

Länge: 230cm

Breite: 150cm

Höhe: 100cm

Anzahl der Teile:

1

Ausblick:

Das Modell wurde durch die Witterung weiter beschädigt. Nach den Erfahrungen beim Versuch der Restausrierung des Bürglaßschlösschens, ist dieses Gebäude nicht mehr zu retten!

​Die Rosenauer Burg


​Derzeitiger Standort:

Ernstfarm, Kürengrund 80, 96450 Coburg

Maße:

Länge = 84cm, Breite = 69cm, Höhe = 82cm

Anzahl der Teile:

1

Ausblick:

Das Modell wurde durch einen umgestürzten Baum weiter beschädigt. Nach den Erfahrungen beim Versuch der Restausrierung des Bürglaßschlösschens, ist dieses Gebäude nicht mehr zu retten!

​Das Bürglaß-Schlösschen


- Wird bereits restauriert -​

​Derzeitiger Standort:

Wefa gGmbH in Niederfüllbach

Maße:

Länge = 120cm, Breite = 75cm, Höhe = 75cm

Anzahl der Teile:

1

Ausblick:

Auf Grund des Zustands kam nur ein Nachbau in Frage.


Auf Grund der negativen Erfolgsaussichten wird das Projekt eingestellt.

Kontakt

Kontakt

Coburg Stadt und Land aktiv GmbH

Telefon: 09561/514-9144

Email: ​​​mail@region-coburg.de