​Jens, 44 Jahre, Maler- und Lackierermeister, Betriebswirt (BdH), Restaurator i.H. und Unternehmer

DCH19_JensSeit wann sind Sie als Maler und Lackierer tätig?

Ich bin in den Beruf des Malers hinein gewachsen. Mein Urgroßvater hat 1920 unsere Firma gegründet und seitdem haben wir die Geschäftsführung nahtlos weitergegeben. Unsere Firma hat also eine lange Tradition. Ich selbst bin seit 1991 Maler und Lackierer. 1998 habe ich dann noch meinen Malermeister und 1999 Betriebswirt (BdH) gemacht. Seit 19 Jahren besitze ich die Zusatzqualifikation als Restaurator im Handwerk.

Was motiviert Sie jeden Tag aufs Neue?

Es motiviert mich ganz besonders, alte Gebäude oder Räume in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Das Ergebnis dann zu sehen, ist immer wieder schön.

Welche Stärken oder Fähigkeiten braucht man für Ihren Beruf?

Der Beruf des Maler- und Lackierers ist vielschichtig. Man sollte auf jeden Fall teamfähig und schwindelfrei sein, viel Lust auf Farbe haben und gerne im Umgang mit anderen Menschen sein.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Als Kind wollte ich immer Landwirt werden.

Was waren die Meilensteine, die Sie bisher bewältigt haben?

Für mich persönlich war es die Ausbildungen zum Meister, Betriebswirt (BdH) und zum Restaurator i.H. ein Meilenstein. Geschäftlich war der Einstieg in die Kirchenmalerei ein besonderer Schritt und dann vor allem die ersten Kirchenbaustellen.

Beschreiben Sie Ihren Arbeitsalltag in drei Worten.

Immer wieder schön.

Für was sind Sie persönlich zuständig?

Alles was im Unternehmen anfällt: Personal, Kunden, Buchhaltung, Löhne, Kalkulation, Marketing...

Was fällt Ihnen schwer in Ihrem Beruf?

Manche unverschämten Kunden zu ertragen.

Wer kann alles Maler und Lackierer werden?

Jedem, der sich für den Beruf interessiert, empfehle ich auf jeden Fall ein Praktikum. Denn Maler und Lackierer zu sein ist viel mehr als nur Abkleben und Pinseln. Es gehört das Entwerfen des Raumkonzepts, die Vorbereitung des Untergrunds und die Auswahl geeigneter Arbeitsmaterialien dazu. Ein Maler muss sich gut mit seinen Farben und Maschinen auskennen und wissen, wie man verschiedene Untergründe richtig behandelt oder wie man Farben richtig anmischt. Auch das Entwerfen, Zeichnen, Malen und Kleben von Schriften und anderen Schmucktechniken, wie z. B. Steinimitation, vergolden, masserieren, zählt zu den Aufgaben, um nur einige zu nennen. Meiner Meinung nach ist Maler und Lackierer der schönste Beruf.

Welche Weiterbildungen oder Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Vom Meister und Techniker bis zum Studium kann man alles in Angriff nehmen. Auch eine Spezialisierung in eine Fachrichtung ist möglich, wie zum Beispiel die Baudenkmalpflege oder Altbauerneuerung.

Gab es einen besonders schwierigen oder herausfordernden Auftrag?

Kann man nicht genau sagen, jedoch sind historische Gebäude immer eine Herausforderung, da keines wie das andere ist. Jedes Gebäude wurde mit anderen Materialien gebaut und daher reagiert jeder Untergrund auch anders. Wir Maler und Stuckateure müssen darum unsere Putze und Farben nach dem vorhandenen Untergrund anpassen. Es ist aber etwas Wunderbares, wenn einem ein Kunde sagt, dass viele ihm geraten haben, das Haus abzureisen und wenn wir dann dieses Haus wieder verlassen und jeder sagt, das ist aber ein Schmuckstück geworden. Das sind die Momente, in denen sich die ganze Arbeit auszahlt.

Welche war die beste Entscheidung in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Unternehmer werden zu wollen.