​Interview mit Jessica Zitzmann, 24 Jahre​, Glasbläserin

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Seit wann sind Sie als Glasbläserin tätig?

Nach meiner Ausbildung kam ich zur Inge´s Christmas Decor GmbH und bin hier seit fünf Jahren als Glasbläserin tätig.

Und wieso haben Sie genau für diesen Handwerksberuf entschieden?

Da meine Oma als Glasmalerin in Heimarbeit bei uns gearbeitet hat, war ich schon als Kind von der Christbaumschmuckherstellung begeistert. Mein Wunsch war, mein handwerkliches Geschick und meine Kreativität miteinander zu verbinden. Der Beruf des Glasbläsers ist deshalb ideal für mich.

Was war Ihr Traumberuf als Kind? Welchen Beruf haben sich Ihre Eltern für Sie gewünscht?

Ich hatte nie einen anderen Traumberuf und meine Eltern haben mir bei der Berufswahl freie Hand gelassen.

Beschreiben Sie Ihren Arbeitsalltag in drei Worten.

Flamme, Vielfalt und Geschick beschreiben meinen Arbeitsalltag am besten.

Beschreiben Sie Ihren Job mit einem Filmtitel.

Der Filmtitel „Kunst aus der Flamme“ beschreibt meinen Beruf ganz gut. Das Blasen von Glas ist eine hohe Kunst und erfordert viel Erfahrung. Jeder Artikel entsteht in der Flamme und ist ein Unikat.

Wie wird man Glasbläser oder Glasbläserin?

Die Ausbildung zum Glasbläser dauert drei Jahre. Nach einer zweijährigen Grundausbildung spezialisiert man sich im dritten Lehrjahr auf Glasgestaltung oder wie ich auf die Christbaumschmuckherstellung.

Was waren die Meilensteine die Sie bisher bewältigt haben?

Ein großer Meilenstein für mich war die Herstellung eines Ballkleids aus Glas, meine Zeit als Glasprinzessin und meine Gesellenprüfung. Für meine Zukunft hoffe ich, dass ich bei Inge´s Christmas Decor GmbH weiterhin so flexibel arbeiten kann.

Was ist das erste Werkzeug oder Material, das Sie früh in die Hand nehmen?

Als Erstes nehme ich immer die Form in die Hand, in der das erhitzte Glas aufgeblasen wird.

Für was sind Sie persönlich zuständig?

In der Glasbläserei bin ich für die Produktion von Formartikeln und Kugeln zuständig.

Wo findet die Arbeit statt?

Ich arbeite in der Glasbläserwerkstatt der sogenannten „Bläserei“.

Gibt es Besonderheiten in Ihrem Beruf?

Eine Besonderheit ist auf jeden Fall die Schutzbrille, die wir tragen. Diese hat spezielle Gläser, die das Gelb aus der Flamme herausfiltern. So kann ich das Glas in der Flamme klar und deutlich sehen und schone meine Augen.

Wie sind Ihre Aussichten im Beruf? Welche Weiterbildungen oder Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt die Möglichkeit, eine Meisterausbildung zu machen, um Lehrlinge ausbilden zu dürfen oder um sich z. B. selbstständig zu machen. Als Glasbläser kann man auch sein Berufsfeld verändern, indem man sich auf andere Bereiche der Glasbläserei spezialisiert, wie z. B. Augenprothetik (Glas-Kunstaugen) oder Glasapparatebau.

Was war bisher Ihr persönliches Highlight? Was Ihre schlechteste Erfahrung?

Mein persönliches Highlight sind die Vorführungen bei unseren Kunden. Es ist toll zu sehen wie ich mit meinem Handwerk Menschen begeistern kann. Meine schlechteste Erfahrung bestand darin, dass man am Anfang der Ausbildung sehr viel Geduld haben muss, um das nötige Gefühl für den Werkstoff Glas zu entwickeln.​

Gab es ein besonders schwieriges Handwerksstück?

Mein schwierigstes Handwerksstück war mit Sicherheit die Abschlussarbeit für meine Gesellenprüfung, weil ich hierbei das erste Mal Christbaumschmuckartikel komplett selbstständig, auch durch alle Arbeitsschritte der Veredlung (blasen, versilbern, tauchlackieren, bemalen), herstellen musste.

Was wird Ihr nächstes Projekt?

​Direkt Projekte wie in anderen Berufen gibt es bei mir nicht. Für mich ist ein Fertigungsauftrag das nächste Projekt. Ich kann sagen mein nächstes Projekt ist wie ein Überraschungsei, denn ich erfahre erst was auf mich zukommt, wenn der nächste Auftrag auf meinem Tisch liegt.