​Ramona, 29 Jahre, Schornsteinfegerin

DCH19_RamonaSeit wann sind Sie als Schornsteinfegerin tätig?

Ich habe meine Lehre 2006 angefangen und seit 2009 bin ich als Geselle angestellt.

Was macht Ihren Beruf so spannend?

Mein Beruf hat sehr abwechslungsreiche Tätigkeiten. Sehr spannend ist der viele Kundenkontakt und dass ich den Menschen Glück bringe. Auch arbeite ich gerne draußen an der frischen Luft und kann dabei gleichzeitig die schöne Aussicht von den Coburger Dächern genießen.

Welchen Beruf haben sich Ihre Eltern für Sie gewünscht?

Meine Eltern haben sich keinen speziellen Beruf für mich gewünscht. Ich habe selbst überlegt, ob ich mein Abi nachmachen und Studieren gehen soll. Aber meine Eltern haben gesagt, erst mal eine Ausbildung, danach sehen wir weiter – und ich bin Schornsteinfegerin geblieben.

Beschreiben Sie Ihren Job mit einem Filmtitel.

Mary Poppins – nicht nur „der Handwerker (Schornsteinfeger) von nebenan“, sondern teilweise auch Seelsorger und Freund.

Wie sehen der Alltag und die damit verbundenen Aufgaben aus?

Als Schornsteinfeger gibt es eigentlich keinen Alltag. Es ist sehr schön, dass durch die wechselnde Kundschaft jeder Tag anders verläuft. Natürlich gibt es aber auch die üblichen Schornsteinfegertätigkeiten, wie Termine managen und koordinieren oder die Beratung von Kunden bei energetischen Sachen und Fragen.

Wo findet die Arbeit statt?

Immer unterwegs, viel draußen und sehr abwechslungsreich. Klassisch sind Arbeiten an Heizungen, auf dem Dachboden, im Keller, auf dem Dach, an Dunstabzugshauben oder in gewerbliche Küchen.

Was ist das erste Werkzeug oder Material, das Sie früh in die Hand nehmen?

Im Büro ist es der Terminkalender, das Handy und das Tablet. Bei der Kundschaft vor Ort sind es das Messgerät oder die Kehrleine.

Was fällt Ihnen schwer in Ihrem Beruf? Was liegt Ihnen nicht?

Bei Regen auf dem Dach stehen.

Gibt es Besonderheiten in Ihrem Beruf?

Die Uniform! Ich liebe sie, vor allem den Zylinder!

Was können Sie Leuten empfehlen, die sich für Ihren Beruf, interessieren?

Unbedingt in den Beruf hinein schnuppern mit einem Praktikum oder einer Ferienarbeit.

Wie sind Ihre Aussichten im Beruf?

Nach dem Gesellen besteht die Möglichkeit, den Meister zu absolvieren, dann hat man die Chance für einen eigenen Bezirk zuständig zu sein.

Was war bisher Ihr persönliches Highlight?

Meinen Titel „Miss Handwerk 2018“. Ich bin ohne Erwartungen in den Wettbewerb gegangen und hatte mir gar nichts vorgestellt. Als ich gewonnen habe, wurde alles sehr spannend. Es war eine große Erfahrung, die mir im Leben niemand mehr nehmen kann. Außerdem hat es mir die Chance gegeben, jüngeren Menschen zu zeigen, dass das Handwerk wirklich sehr viel Spaß macht.

Und die schlechteste Erfahrung?

Ein Kunde sagte mal zu mir: „Warum haben sie sich nicht einen ordentlich Beruf gesucht, sowas im Büro oder so, aber DAS ist doch nichts für Sie“.

Haben Sie genügend Zeit für Familie, Freunde und Hobby?

Die Arbeit nimmt viel Zeit in Anspruch, aber auch deshalb, weil ich sie ernst nehme. Zeit für Freunde & Familie nehme ich mir aber trotzdem. Und Sport plane ich spätestens am Wochenende unbedingt ein.