​Interview mit Rüdiger Neumann, 42 Jahre, Zahntechnikermeister

DCH19_RüdigerSeit wann sind Sie als Zahntechniker tätig?

Ich bin seit 1998 Zahntechniker, seit 2002 Meister und habe 2004 die Weiterbildung zum Betriebswirt d.H. gemacht.

Was macht ein Zahntechniker eigentlich genau?

Wir erstellen Kronen, Brücken, Zahnspangen, Prothesen... alles woran im Mund der Zahn der Zeit nagt. Man kann also sagen, als Zahntechniker fertigt man „Ersatzstücke für Verlorengegangenes“.

Beschreiben Sie Ihren Arbeitsalltag in drei Worten.

Präzision, Geduld, Einfühlungsvermögen.

Stellen Sie sich vor, Ihr Job wird verfilmt...

Toll fände ich, wenn das Drehbuch von jemandem wie Quentin Tarantino geschrieben und von Bully Herbig verfilmt wird.

Was macht Ihren Beruf so spannend?

Teilweise wird der Zahnersatz digital unterstützt hergestellt. Spannend ist es dann, alles mit der handwerklichen Arbeit zusammenzuführen.

Wieso haben Sie genau für diesen Handwerksberuf entschieden?

Ich habe mich für den Beruf entschieden, weil ich es spannend fand mit so vielen verschiedenen Materialien , wie z. B. Gold, Stahl, Keramik, Glas, Composite, Kunststoffe, Gips, Wachs etwas zu „erschaffen“.

Was waren die Meilensteine die Sie bisher bewältigt haben?

Für mich ist jede Woche aufs Neue ein erreichter Meilenstein, denn jede Arbeit hat ihre Höhepunkte. Es freut mich jedes Mal, wenn ein verlorengegangenes „Ersatzstück“ fertig gestellt wird und einem Menschen dadurch wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert wird.

Wo findet Ihre Arbeit statt?

Meine Arbeit findet in einem Labor an einem typischen Labortisch statt.

Was ist das erste Werkzeug oder Material, das Sie früh in die Hand nehmen?

Frühs nehme ich als erstes den Auftragszettel in die Hand, dann das entsprechende Gipsmodell und den Artikulator. In diesen spannen wir die Gipsmodelle der Zahnbögen für den Ober- und Unterkiefer, um die Bewegung der Kiefer zueinander zu sehen. Das hilft zum Beispiel Prothesen oder Brücken passend für den Patienten zu erstellen.

Für was sind Sie persönlich zuständig?

Bei uns werden Arbeiten aus einer Hand betreut und darüber darf ich den Überblick behalten, Termine und Fragen klären.

Gibt es Besonderheiten in Ihrem Beruf?

Ich würde sagen der Zahntechniker ist ein klassischer Beruf mit normalen Arbeitszeiten. Das einzige ist, dass wir natürlich alle einen weißen Arbeitskittel tragen.

Haben Sie genügend Zeit für Familie, Freunde und Hobby?

Geht schon, kann ja immer mehr sein.

Welche Weiterbildungen oder Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Nach der Ausbildung zum Zahntechniker hat man sehr viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Man kann sich über verschiedene Fort- und Weiterbildungen fachlich verbessern und sich für ein Thema spezialisieren. Wer später ein eigenes Labor leiten möchte, dem empfehle ich die Weiterbildung zum Meister. Und wer lieber noch studieren möchte, kann das Fachwissen in ein Studium im Medizinbereich einbringen.